ein kleines bisschen Zuversicht

Regen
umhüllt wie eine Decke die Nacht
empfängt die Träume all derer
die heute Nacht umherirren

Regen
umspült sanft die Gedanken
und ahnt nicht das Leid der Menschen

Regen
rauscht und tropft und klingt
und
plätschert sanft in die Herzen all derer
die warten und horchen
und hinterlässt ein kleines bisschen Zuversicht
in den schlaflosen Köpfen derer
die heute Nacht
in ihren verschwitzten Träumen liegen

im Takt von Ebbe und Flut

aus dem Dunst des frühen Morgens
kommen die Menschen

mit dem Takt von Ebbe und Flut
schwappen sie auf das Eiland
und werden im selben Rhythmus wieder in das Meer gespült

so unterschiedlich sie auch sind
so gleichen sie sich
mit dem Blick auf das Meer
träumen alle den gleichen Traum

der Wind treibt Sand über den Strand
hinaus auf das Meer
und zeigt die Richtung
dem die Gedanken folgen

doch die Träume sind begrenzt
Prähme ziehen sie zurück in die Realität
auf ihr Festland
zurück in ihre Welt

immer wieder

Gedanken-Acker

die Nacht
zieht Furchen
durch den Gedanken-Acker
dumpfer Nachklang
von der Saat des Tages

Worte
wie ein Kreuz
vor mich hertragend
schützend

Wort-Palisaden
der Traumwirklichkeit
trotzend

immer wieder
einzelne Gefechte

Wort für Wort

ein Bild

ein Bild
drängt sich mir auf
und frisst mein Jetzt

es schleicht
durch die Gänge
durch die Türen
in meinen Tag

ich kann es nicht erkennen
zu groß ist der Verlust der Zukunft

wenn wenigstens ich mich
bewegen könnte
so müssten die Bilder
nicht fliegen

Sturm

in dieser Nacht

flüstert mein Bleistift
auf das Papier

bin ich aufgeschreckt
durch das Knarren der Tür

so sagt er mir
mit leiser Stimme

vom aufkommenden Sturm
in den Angeln hin und her bewegt

fast gehaucht
wie der Wind selbst

Sturm

kratzt er mit der brüchigen Mine
Buchstabe für Buchstabe auf das Papier

Sturm

Träume streichen durch das Gras

Wolken
ziehen vom Wind getrieben
regenschwanger
über das Land

Bäume verneigen ihre blätterschweren Häupter
flüsternd
raschenlnd
beten sie ihre Botschaft in den Wind

Träume streichen durch das Gras
verlieren sich im Moment

ein einzelner Vogel
singt das Lied der Luft
und fliegt vom Wind getragen davon

Gedankenräder

Nachts
Gedankenräder

Tagesfragmente
türmen sich zu wahren Riesen
kleinste Splitter entzünden sich
zu großen Wunden

die Augen schmerzen
in der aufgewühlten Finsternis
finden keine Ruhe

der Kopf arbeitet ungebremst
unablässig
ungefragt
der Körper verlangt nach Schlaf

die Unruhe schreibt mit entzündeter Tinte
ihren Namen auf die Stirn

die Uhr tickt
der Tag naht

ein Stein auf dem Weg durch den Wind

Gezogen durch die Nacht
wie ein Stein auf dem Weg durch den Wind
so träge

Mitternacht vorüber ist der Tag vergessen
Mondlicht hinter Nebelfeldern

die Nachmittage mit ihrem Glanz
voller langsamer Ruhe
wie von weit oben betrachtet
so unnahbar und unvergänglich

am Morgen dann all das Grün im Licht
Leben

was muss gesagt werden
um endlich schweigen zu können

Gerüchte vom Abriss der Wälder

ein nahes Aufblinken im Unterholz

Hauswände als Schutz vor Schmutz und Kälte und Schnee
Gerüchte vom Abriss der Wälder als Blickfang

Tiefenwirkung

Gelächter in den Häusern
was wenn alles wahr ist was geschieht

namenlose Gestalten ziehen große Pflüge durch das Bewusstsein
Furchen bleiben
um wieder mit Schnee gefüllt zu werden

Lichter erlöschen
und wir
bleiben im Schneetreiben zurück
um unseren Weg fortzusetzen