mein Tag

heute fordere ich meinen Tag zurück
singe ihn mit meinem Bleistift herbei
und lasse ihn Platz nehmen
in meinen Gedanken

schreibend
schmecke ich ihn
rieche ich ihn
sehe ich ihn

eine Musik
eine Variation meiner selbst

ein Gedanke
verweht mit dem Herbstlaub
umspült vom Licht meiner Sonne

ein kleines bisschen Zuversicht

Regen
umhüllt wie eine Decke die Nacht
empfängt die Träume all derer
die heute Nacht umherirren

Regen
umspült sanft die Gedanken
und ahnt nicht das Leid der Menschen

Regen
rauscht und tropft und klingt
und
plätschert sanft in die Herzen all derer
die warten und horchen
und hinterlässt ein kleines bisschen Zuversicht
in den schlaflosen Köpfen derer
die heute Nacht
in ihren verschwitzten Träumen liegen

Gedanken-Acker

die Nacht
zieht Furchen
durch den Gedanken-Acker
dumpfer Nachklang
von der Saat des Tages

Worte
wie ein Kreuz
vor mich hertragend
schützend

Wort-Palisaden
der Traumwirklichkeit
trotzend

immer wieder
einzelne Gefechte

Wort für Wort

Träume streichen durch das Gras

Wolken
ziehen vom Wind getrieben
regenschwanger
über das Land

Bäume verneigen ihre blätterschweren Häupter
flüsternd
raschenlnd
beten sie ihre Botschaft in den Wind

Träume streichen durch das Gras
verlieren sich im Moment

ein einzelner Vogel
singt das Lied der Luft
und fliegt vom Wind getragen davon

Gedankenräder

Nachts
Gedankenräder

Tagesfragmente
türmen sich zu wahren Riesen
kleinste Splitter entzünden sich
zu großen Wunden

die Augen schmerzen
in der aufgewühlten Finsternis
finden keine Ruhe

der Kopf arbeitet ungebremst
unablässig
ungefragt
der Körper verlangt nach Schlaf

die Unruhe schreibt mit entzündeter Tinte
ihren Namen auf die Stirn

die Uhr tickt
der Tag naht