monochrom

ich gehe am Nachmittag
ich gehe am Morgen
ich atme den Seewind
salzig und fast etwas grob

Wolkenlücken

Sonnenlicht streicht zart über das Land und mein Gesicht
für einen Augenblick

mit der nächsten Wolke verblasst die Welt
monochrom
für den Rest des Tages

im Takt von Ebbe und Flut

aus dem Dunst des frühen Morgens
kommen die Menschen

mit dem Takt von Ebbe und Flut
schwappen sie auf das Eiland
und werden im selben Rhythmus wieder in das Meer gespült

so unterschiedlich sie auch sind
so gleichen sie sich
mit dem Blick auf das Meer
träumen alle den gleichen Traum

der Wind treibt Sand über den Strand
hinaus auf das Meer
und zeigt die Richtung
dem die Gedanken folgen

doch die Träume sind begrenzt
Prähme ziehen sie zurück in die Realität
auf ihr Festland
zurück in ihre Welt

immer wieder