Auf dem Heimweg. Feierabend.

Auf dem Heimweg. Feierabend.
Dunkle Wolken ziehen vom starken Wind getrieben über den Himmel, geben immer wieder den Blick frei auf das Restblau des beginnenden Nachthimmels.
Leichter Nieselregen.
In der Ferne reißt die Wolkendecke erneut auf und das letzte Licht des Tages umspielt eine Kirchturmspitze, wie ein Heiligenbild.

ein kleines bisschen Zuversicht

Regen
umhüllt wie eine Decke die Nacht
empfängt die Träume all derer
die heute Nacht umherirren

Regen
umspült sanft die Gedanken
und ahnt nicht das Leid der Menschen

Regen
rauscht und tropft und klingt
und
plätschert sanft in die Herzen all derer
die warten und horchen
und hinterlässt ein kleines bisschen Zuversicht
in den schlaflosen Köpfen derer
die heute Nacht
in ihren verschwitzten Träumen liegen

Sturm

in dieser Nacht

flüstert mein Bleistift
auf das Papier

bin ich aufgeschreckt
durch das Knarren der Tür

so sagt er mir
mit leiser Stimme

vom aufkommenden Sturm
in den Angeln hin und her bewegt

fast gehaucht
wie der Wind selbst

Sturm

kratzt er mit der brüchigen Mine
Buchstabe für Buchstabe auf das Papier

Sturm

Gedankenräder

Nachts
Gedankenräder

Tagesfragmente
türmen sich zu wahren Riesen
kleinste Splitter entzünden sich
zu großen Wunden

die Augen schmerzen
in der aufgewühlten Finsternis
finden keine Ruhe

der Kopf arbeitet ungebremst
unablässig
ungefragt
der Körper verlangt nach Schlaf

die Unruhe schreibt mit entzündeter Tinte
ihren Namen auf die Stirn

die Uhr tickt
der Tag naht

ein Stein auf dem Weg durch den Wind

Gezogen durch die Nacht
wie ein Stein auf dem Weg durch den Wind
so träge

Mitternacht vorüber ist der Tag vergessen
Mondlicht hinter Nebelfeldern

die Nachmittage mit ihrem Glanz
voller langsamer Ruhe
wie von weit oben betrachtet
so unnahbar und unvergänglich

am Morgen dann all das Grün im Licht
Leben

was muss gesagt werden
um endlich schweigen zu können

ein Abend voller Dunkelheit

an einem Abend voller Dunkelheit
bricht ein Wort in die Stille

mit dem Ausdruck von Verlorenheit
durchpflügt es die Nacht
voller Sehnsucht nach dem
Lichterspiel des Tages

wie von weit her
klingt es in der Kehle eines Mannes
so voll und ungewollt

an einem Abend voller Dunkelheit
bricht ein Wort in die Stille
und
verklingt noch im selben Augenblick